Babys und Kinder Tragen

Babys und Kinder Tragen

Warum Babys und Kinder tragen? Ist es nur für uns Eltern praktisch oder profitieren auch unsere Kinder davon?
Ein paar Gründe warum Babys und Kinder tragen ein so wichtiges Thema für alle Eltern ist. Bist Du in der Schwangerschaft und möchtest Dich schlau machen zum Thema? Vielleicht findest Du hier Antworten auf Deine Fragen, welche Du Dir zu dem Thema stellst <3

Babys und Kinder nah an unseren Körpern zu tragen ist eine Sache, welche schon so lange existiert wie die Menschheit selbst. Es ist ein Grundbedürfnis unserer Kinder nach Körperkontakt & Körpernähe, welches bereits sehr tief in unseren Genen verankert ist.

Sind unsere Babys aus biologischer Sicht Traglinge? Es sprechen folgende Anzeichen dafür.  JA, Babys sind Traglinge!

 

Der Handgreifreflex

Wenn man einem Baby einen Finger in die Handinnenfläche legt, greift es reflexartig sein kleines Händchen zusammen und wir werden staunen, wie kräftig unsere Babys greifen können. Diese Fähigkeit unserer Babys ist aus der Urzeit erhalten geblieben, damit es sich beim Tragenden festklammern kann. Dieser Klammerreflex ist zwar noch vorhanden, wenn auch nur abgeschwächt. Ein Baby kann sich durch diesen Reflex nur noch kurzzeitig festhalten aber nicht auf Dauer ohne Unterstützung.

 

Die Beinstellung

Die Oberschenkel unserer Babys sind im Hüftgelenk seitlich abgespreizt. Diese Haltung ist ganz typisch für Traglinge, die sich mit Händen und Füssen am Körper der Mutter festklammern. Wenn ein Erwachsener ein Baby hochnimmt und auf der Hüfte trägt (ohne Tuch oder Ringsling) nehmen Babys ganz automatisch diese Haltung ein. Diese Anhock-Spreiz-Stellung der Beine ist die natürliche Trageposition. Die Beinchen werden so automatisch angehockt und die Oberschenkel seitlich abgespreizt.

 

Der gerundete Rücken

Der gerundete Rücken ist für die Babys ideal um sich an den Tragenden anzulehnen und nicht nach hinten zu fallen.

Die menschlichen Säuglinge sind in Ihren Verhaltenssystemen darauf ausgelegt einer Bezugsperson immer körperlich nahe zu sein. Babys (Traglinge) fühlen sich nur in der Verbindung ihrer Bezugsperson sicher. Sie bündeln Ihre ganze Energie, die Verbindung zu Ihrer Bezugsperson aufrecht zu erhalten, vor allen anderen Bedürfnissen. Wenn wir diese Bindung nicht erhalten, fühlen Sie sich verlassen und möchten uns mithilfe des Weinens wieder herbeiholen.

Babys und Kinder tragen ist absolut kein neuer oder modischer Trend. Tragen ist ein sehr tief verwurzeltes menschliches Bedürfnis, das in vielen Kulturen beibehalten und als völlig «normal» sowie «selbstverständlich» praktiziert wird. Es wird einfach in der westlichen Welt wieder zunehmend beliebter. Dafür gibt es gute Gründe, die sich für Euch als Eltern und Eure Kinder als Vorteile beweisen.

 

Babys zu tragen, gibt Ihnen das vertraute «Gebärmuttergefühl» zurück

Eng an uns gekuschelte, sanft gewiegt fühlen sie unsere Babys ähnlich geborgen, wie die ganze Schwangerschaft hindurch, im Mutterleib. Warm, gemütlich & alle Bedürfnisse wurden rund um die Uhr befriedigt. Die Bewegungen der Mutter schaukelten im Mutterleib die Säuglinge, Hunger und Kälte kannte es in dem Sinne nicht und es war ständig gehalten in der warmen und weichen Gebärmutter. Plötzlich ist dieser Lebensabschnitt unserer Babys zu Ende und sie tauchen in eine für Sie völlig fremde Welt ein. So viele neue Eindrücke strömen völlig ungefiltert auf unsere Babys ein. Das man sein Baby beruhigen kann, wenn man ähnliche Bedingungen wie im Mutterleib schafft, wussten Eltern schon immer. Unsere Babys werden durch das Tragen im Tuch / Ringsling oder der Tragehilfe in Ihre Welt, die sie lange Monate kennengelernt haben, zurückversetzt. Unser Baby ist eng an uns geschmiegt, wird gehalten, geschaukelt, hört Deinen Herzschlag und spürt unsere Körperwärme. So wird  unser Baby von den endlos vielen neuen Eindrücken «abgeschirmt» und fühlt sich wieder völlig wohl und zu Hause.

 

Getragene Babys schreien weniger 

Regelmässige Tragebabys sind im Allgemeinen viel zufriedener, ruhiger und ausgeglichener. Durch das Tragen unserer Babys werden vermehrt seine eigenen Liebes-, Wohlfühl-, und Glückshormone ausgeschüttet. Durch die direkte Nähe zwischen Baby und Eltern findet eine Art Kommunikation statt, diese wiederum führt zu einer verlässlichen Reaktion auf seine Bedürfnisse. Dadurch vermindert sich die Schreiquote unserer Babys um etwa 43% und Tragebabys haben auch eine kürzere tägliche Schreidauer. Die Zunahme des Schreiens bis zur 6. Lebenswoche unserer Babys ist geringer.

 

Alltag leichter bewältigen dank Babytragen 

Mit unserem Baby im Tragetuch, Ringsling oder Tragehilfe haben wir die Hände frei und müssen nicht warten bis unsere Kinder schlafen um etwas zu erledigen. Ebenso muss der gesunde Schlaf der Kinder nicht unterbrochen werden, weil man noch schnell irgendwohin muss. Man ist dadurch zeitlich flexibler, weniger angebunden und im Gesamten mobiler. Ganz egal ob zu Hause oder unterwegs. Wir müssen uns so auch im Vorfeld keine Sorgen machen ob uns jemand hilft mit dem Kinderwagen, ob das Gelände auch für den Kinderwagen geeignet ist oder enge Räume (Platzmangel wegen Kinderwagen in der Bahn zum Beispiel). Egal wohin wir mit unseren Traglingen gehen, wir kommen überall unkompliziert zurecht und unsere Kinder bekommen was Sie brauchen: Ganz nah bei der Bezugsperson zu sein!

 

Die Liebe von Anfang an stärken: Tragen ist Bonding

Jedes Baby profitiert enorm vom Tragen, auch Babys und Eltern, die einen erschwerten Start hatten. Gerade nach einer traumatischen oder schwierigen Geburt erleichtert das Tragen die Erhaltung und den Aufbau der Bindung. Auch wenn die Mama unter einer Wochenbettdepression betroffen ist. Der enge Körperkontakt stärkt auch die emotionale Bindung von Eltern und Tragling. Wenn man zum Beispiel nicht stillen konnte oder wollte, ist es möglich, den dadurch verlorenen Körperkontakt mit dem Baby durch das Tragen ganz gut in den Alltag einbauen. Adoptivbabys und Adoptiveltern haben durch das Tragen auch die Möglichkeit das Bonding zu stärken und den Hautkontakt, die Nähe, zu spüren. Auch Frühgeborene profitieren enorm vom Tragen, zum Beispiel in der Kangaroo-Pflege ganz besonders. Die relative kurze Zeit in der Schwangerschaft wird so für unser Baby von aussen nachgeahmt, umgeben von bekannten Gerüchen und Geräuschen zeigen Frühchen eine viel stabilere Herzfrequenz und leiden weniger unter Atemstillständen und wachsen schneller.

 

Tragen wahrt die Privatsphäre

Babys sind ein sehr beliebtes Ziel von tätschelnden Händen und neugierigen Blicken der Allgemeinheit. Das Tragetuch, der Ringsling oder auch eine Tragehilfe ist ein sehr gutes Hilfsmittel um Euer Baby vor ungefragten Berührungen, unerwünschten Küssen oder auf den Arm nehmen zu schützen. Das Baby kann auch ganz diskret getragen gestillt werden, so dass Andere oft auch gar nicht merken, dass Du gerade Dein Baby stillst.

 

Tragen als Training

Richtiges Tragen im Tragetuch oder in einer Tragehilfe entlastet Deinen Rücken und beugt Rückenbeschwerden vor. Trägt man von Anfang an häufig, wird Dein Rücken gestärkt und trainiert parallel zur Gewichtszunahme von Eurem Baby. Viele Eltern, die von Rückenschmerzen geplagt sind, berichteten, dass Sie in der Tragezeit Ihrer Kinder kaum bis gar keine Rückenprobleme mehr hatten. Zu Hause, im Alltag, beim Tanzen, Walken oder Wandern: Mit dem Tragling auf dem Rücken, trainierst Du sanft und stetig Deinen Rücken.

 

Lernt ein getragenes Baby mehr?

Euer Tragling ist immer mit dabei, ganz egal ob beim Einkaufen, Kochen oder Spazierengehen. So erlebt Euer Baby seine Umgebung, seine Mitmenschen von einer sicheren Basis aus und kann, wenn es möchte, auf Augenhöhe interagieren. Seine Sinnesentwicklung und Wahrnehmung wird so unterstützt. Wenn es unseren Kindern aber zu viel wird, können Sie sich durchs Tragen jederzeit zurückziehen und sich an uns schmiegen. Die Eltern kommunizieren meist mehr mit Ihren Kindern und können schneller auf Unbehagen eingehen. Die Sprachentwicklung und auch die Verknüpfung der Gehirnzellen wird dadurch einfach und ganz nebenbei gefördert. Die Ausschüttung der körpereigenen Glückshormone bei getragenen Babys wirken wie Dünger auf die Gehirnentwicklung.

 

Tragen fördert die Gesundheit

Durch das Tragen ist unser Baby oder Kleinkind viel mehr in Bewegung. Die Bewegung regt den gesamten Stoffwechsel an und stärkt sein Immunsystem (besonders durch die Kombination mit dem Hautkontakt). Im Durchschnitt sind die Tragekinder daher weniger krank. Durch die Körperwärme und Bewegung funktioniert die Darmtätigkeit und die Verdauung besser, Blähungen wird vorgebeugt oder sie werden sogar gelindert.

 

Tragen als Prävention

Alle unsere Babys haben noch sehr weiche Knochen. Wenn unser Baby viel in der empfohlenen Rückenlage liegt, kann dies zur Verformung und/oder Abflachung des Hinterkopfes führen. Bis zu 25% unserer Säuglinge weisen einen lagerungsbedingten Schiefkopf auf. Neben dem optischen Effekt und der Fehlhaltung des Kopfes kann auch die sensomotorische Entwicklung beeinträchtigt werden. So kann man den Folgen einer Schwerkraftbelastung auf das Köpfchen im Liegen im Vorfeld vorbeugen. Richtiges Tragen beugt auch möglichen Fehlbildungen der Hüfte vor. Das Tragen unterstützt die Reifung der kindlichen Hüfte. Bei Tragekindern kommen Hüftdysplasien sehr selten vor.

 

Förderung der elterlichen Feinfühligkeit und Kompetenz

Durch den direkten Körperkontakt beim Tragen nehmen wir den gesamten Zustand unseres Babys umgehend wahr. So erkennen wir recht früh die Verfassung, das Wohlbefinden, mögliche Unruhe oder Anzeichen für Hunger. Die Bewegung, Geräusche und der Atemrhythmus machen uns darauf aufmerksam, bevor unsere Kinder ihr letztmögliches Signal, das Schreien, nutzen um von uns gehört oder wahrgenommen zu werden. Die Kommunikation zwischen Eltern und Baby läuft dadurch entspannt, intuitiv und effektiv ab. Dieses wirkt sich natürlich sehr positiv auf die sichere Eltern-Kind-Bindung aus. Beim Tragen werden vermehrt unsere Antistress- Glücks- und Liebeshormone ausgeschüttet. Durch das fühlt man sich seinem Kind verbundener und steigert auch sein eigenes Wohlbefinden. Auch die Muttermilchbildung wird dadurch unterstützt.

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